Zeit für DICH im roten Zelt

1. September 2020 5 Comments

Aus gegebenem Anlass ein Artikel über Menstruation(sbeschwerden), prämenstruelle Syndrome und andere (Bauch)Krämpfe.

im roten zelt
Ein rotes Zelt – nicht als Ausgrenzung, viel mehr als Rückzugsort
Lust auf regelmäßige Treffen für Inspriration? – Sprich mich an

Heute stolperte ich direkt über zwei Artikel, die sich mit dem „Prämenstruellen Syndrom“ und Menstuationsbeschwerden beschäftigten. Beide Artikel boten direkt Rat und Tipps für Hilfe an, natürlich per Pharmaprodukt. Beide Artikel lösten bei mir dieses unterschwellige, seltsame Gefühl aus, als wären Frauen mit einem Defekt ausgestattet – der „PMS und Regelbeschwerden-Defekt“.

Es betrifft soo viele Frauen, die ganz handfeste Probleme haben, ohne medizinisch diagnostizierbaren Grund. Jeden Monatszyklus wieder von neuem, und ich kann Dir sagen, ich gehöre auch (noch) dazu. Als Mittvierzigerin, die damit langsam am Ende der Fruchtbarkeitskarriere steht (nicht wirklich unglücklich darüber, und gespannt darauf was „die Weiblichkeit beond“ zu bieten hat), wird es Zeit auch hierüber einige Erkenntnisse und Erfahrungen mit anderen Frauen zu teilen.

Ich finde auch einen offenen und ehrlichen Austausch sehr wichtig. Sprecht miteinander! Gerne auch in den Kommentaren 🙂

Also meine Gedanken ganz von vorne:

Definition Syndrom

Syn·drom/Syndróm Substantiv, Neutrum [das]Medizin
1. durch das gemeinsame Auftreten bestimmter charakteristischer Symptome gekennzeichnetes Krankheitsbild …

Duden

Warum soll ich jetzt also plötzlich mit der Hälfte der (biologisch weiblichen) Menschheit ein „Syndrom“, also ein Krankheitsbild haben? Bin ich krank oder hab ich einfach nen ziemlich weilblichen Zyklus ?!? 🙂

Wenn frau sich ein wenig einliest, Statistiken anschaut, stellt frau fest, dass es sehr wohl physische Ursachen für Schmerzen in Verbindung mit unserer weiblichen Organausstattung gibt. Bei der Mehrzahl sind offenbar aber die Beschwerden rein physisch gar nicht diagnostizierbar. Also, wenn bei Dir von ärztlicher Seite alles OK ist, dann gibt es vielleicht hier einige Anregungen für Abhilfe in diesem Artikel.

Schritt EINS: Beschäftige dich mit dem Thema Weiblichkeit und ALLEM was dazu gehört. Weibliche Sexualität, Körperlichkeit, Entwicklungsgeschichte etc. ….und deinem Körper!

Grundsätzlich stelle ich immer wieder fest:
Als Gesamtheit der (Deutsch-sprachigen) Frauen haben wir bis heute noch nicht einmal ein schönes Wort für „DA UNTEN.

Im Biologiebuch lernen wir als Kinder bis heute:

Der Junge hat einen Penis, das Mädchen hat eine Scheide.
Fehler!
Mädchen haben auch eine Scheide, das ganze „Ding“ nennt sich korrekt (lat.) Vulva. Mit Vulva werden die Schamlippen, Klitoris und auch der Scheideneingang bezeichnet.

Viva Vulva! – Viva Vulvina! Hört sich doch auch schon schöner an und klingt für mein Empfinden besser als „Scheide“.
Im Yoga sprechen wir von unserer Yoni, die wiederum die komplette Vulva plus Gebärmutter und Eierstöcken meint, also noch ein Schritt weiter geht und die ganze (uuups:) „Weilblichkeit untenrum“ umfasst.

Yoni bedeutet soviel wie „URSPRUNG“ ist das nicht noch schöner??

Woher kommt denn das neue Leben …?? – Yes! … aus unserer Super-Power-Zone 🙂
Finde selbst mit deinen Freundinnen, Schwestern, und allen voran: Euren Töchtern schöne neue Wörter für unsere Vulvina, Yoni, Schneggle, Flitze, Wunderspalte 🙂 – Schreibt mir eure Ideen gerne in die Comments!

Schritt ZWEI – Raus aus der „Pfui-Ecke“ und „Ja zum weiblchen Blut“!
– Wir sind im 21 Jahrhundert angekommen !! –

Immernoch benutzt die Werbeindustrie für die Saugdemonstrationen von Monatshygiene-Artikeln blaue Flüssigkeit (wohlbemerk wird die auch bei Windelwerbung und für die Inkontinenzeinlagen benutzt). Dabei ist heute vieles im Umgang mit der Sexualität scheinbar viel offener. Wenn ich in meinen Schwangeren-Kursen über Sex rede, sehe ich trotzdem immer verschämte Blicke, rote Bäckchen und Boden-Guckerinnen 🙂
Auch bei den Mütter-Kursen stelle ich immer wieder fest, daß wir eine Art oberflächliche Lockerheit in Sachen Sexualität an den Tag legen. Von unserer tiefsten Weiblichkeit und unserer eigenen körperlichen weiblichen Lust, dem Wunderwerk unserer SexualOrgane, den Botenstoffen und was diese mit uns machen können, ist leider nicht viel Wissen am Start – was sehr schade ist! …im Jahr 2021!!
Spätestens, wenn du als Mutter von deinen Kindern gefragt wirst, wie Babies gemacht werden, wird es für viele ungemütlich, peinlich – also besser gleich von Anfang an locker machen! Dich selbst lockern, den Partner mitnehmen und den Kindern gegenüber altersgerecht mit Offenheit den Fragen gegenen – erzähle keine Märchen…

Ich habe meinen Kindern gegenüber nie ein „Ding“ daraus gemacht, dass Mama einmal im Monat blutet, dass das dazugehört, wenn man Babies bekommen kann und Mama dann z.B. die Unterhosenkleber braucht, die Wattestöpsel-Tampons/ den Cup. Die Sachen stehen auch für Gästinnen immer offensichtlich und griffbereit bei uns in der Toilette. So wachsen die Kids damit unbefangen auf und für meine Tochter war es die natürlichste Sache der Welt, ja sogar freudvoll, als sie soweit war.

Achtung Werbung! Apropos Cup: Ich bin Fan geworden und benutze seit vielen Jahren meinen Mooncup [Sponsored Link] Menstruationstassen Das spart über die Jahre einen Haufen Müll „Zero Waste“ und massig Geld und du hast nie mehr Panik, das was ausgeht! Kulmine bietet seit vielen Jahren beste Qualität und ganz wundervolle Informationen Rund um die Blutung und unser Frau-Sein an. Schau mal vorbei!

Sprecht bitte unbedingt mit Euren Töchtern (und Söhnen !!) offen – immer! So hat die nächste Generation Frauen die Chance auf Natürlichkeit, statt VerKRAMPFtheit.

Warum haben wir Frauen eigentlich immer die Panik man könnte was sehen? Wieso fürchten wir uns so sehr vor dem Blutfleck in der Hose? Schließlich blutet mal kurz die Hälfte der Menschheit regelmäßig! Ich habe dafür noch keine wirklich guten Antworten bekommen, außer, daß es allen peinlich ist. Wir sind halt alle super-professionelle Heimlichbluterinnen, gell!? Warum so verkrampft? 🙂

Menstruieren ist politisch …. next generation, next step!

Die Hälfte der geschlechtsreifen Gesellschaft hat ihre Tage,
fühlt sich dadurch unwohl bis krank und rennt alle Stunde auf die Toilette!
Ich bin so ziemlich überzeugt davon,
würde dies beide Geschlechter betreffen,
hätten wir den gewerkschaftlich legitimierten
Freien roten Tag im Monat„.

Siri Kar Kaur – soulmama.yoga

Immerhin haben wir nun eine günstigere MwSt auf Mens-Produkte seit 2019 !! WOW !! Wie Schnittblumen und Milch !! [unbezahlte Werbung ohne Link: Dank geht raus an die Neon-Redaktion und die Firma Einhorn, die das juristisch getragen haben]
… trotzdem bluten wir finanziell mit 7% für den Staat. Why? Nicht jede kann „dicht“ halten… 😉 Stichwort #freebleeding

Schritt 3 – Verstehe DEINE Zyklen. Lerne deinen Körper richtig kennen

Das weibliche Wesen durchläuft zum einen den Fruchtbarkeitszyklus. Wir erblühen sprichwörtlich wenn die Zeit Richtung Eisprung geht. Wir fühlen uns dann sehr lebendig und wild und könnten die ganze Welt erobern und sehen (und riechen) wirklich hübsche männliche Exemplare der Gattung Homo Sapiens 🙂 . Dann kommt der Eisprung als unserer Energetisches High – Das Feuerelement pur! Und danach verkrümmeln sich die „Wow-Hormone“ und wir gehen langsam in die Phase VOR der Blutung. Sind eventuell reizbar, schnell genervt, explosiv, zerstreut, niedergeschlagen, deprimiert …– Du weisst schon!

Dann, direkt bevor es losgeht mit dem Bluten fällst du eventuell noch in so ein richtiges emotionales Loch: Die Welt ist ein Jammertal und eigentlich willst du einfach NUR deine Ruhe! Direkt danach setzt dann die Blutung ein und es tut auch noch weh…. Ach wie schön wäre jetzt so ein Ort, wo Frau einfach SEIN könnte, ohne Verpflichtungen ohne Termine, ohne Menschen, die dauernd was wollen….?? Ein rotes Zelt, eine Hütte für Dich. Einfach nur für 24 bis 48 Stunden. Dann legt sich die rote Welle und wir sind schon wieder fröhlich auf dem Weg zu unserem „Eisprung-High“ wo wir easy die Weltherrschaft mit Liebe übernehmen.

Das ist nicht IRRE – DAS IST WEIBLICH! Capice???

Der weibliche Zyklus als Sinnbild von werden und vergehen.

Mit unserem Zyklus stehen wir sinnbildlich in Verbindung zum Mond. Der ist nebenbei in ganz vielen Sprachen weiblich: La Luna 🙂 die Mondin. Nicht ohne Grund. Manche Frauen bluten mit den Mondphasen. Eisprung bei Vollmond – das blühende Leben, das Strahlen, Leben in Fülle und Licht. Blutung bei Neumond, Schwarzmond, kein Mond, Tod und Vergänglichkeit.

Mit unseren engsten Frauen, mit denene wir zusammenleben schwingen wir uns gemeinsam in den selben Takt ein. Ein besonderes Phänomen, dass sich wirklich leicht beobachten lässt, wenn man mit seinen engsten darüber redet.

Yogi-Wissen: Mondpunkte und Emotionen

Im Kundalini Yoga kennen wir die Mondpunkte. Das sind Energiepunkte an verschiedenen Körperregionen, die mit unseren Emotionen zu tun haben. Als Frauen haben wir davon gleich 11 Stück! Männen dagegen nur einen einzigen. Die Erklärung, warum unsere lieben Männer so zielstrebig ihre Projekte durchziehen, während wir gerne dazu neigen eine Gute Idee zu haben, voller Enthusiasmus loszulegen und dann ists plötzlich doof und anders und wir eiern um den Brei herum und es dauert einfach, bis wir wieder anknüpfen und im nächsten Wutanfall den Mut finden, den nächsten Schritt gehen… Wer kennt es nicht ?!? 🙂

Es heißst von den Mondpunkten, also unseren 11 verschiedenen emotionalen Moods, daß diese alle zweieinhalb Tage wechseln. Es ist gut sich selbst zu beobachten und einfach mal aufzuschreiben, wie man sich über die dauer von 27 Tagen fühlt, bzw. emotional aufgestellt ist. Jede Frau hat da Ihren Rhytmus – berichte deinem Partner davon, er kann seine eigene Studie für dich anstellen. So erklärt sich das morgens noch „Ach Schatzi, ich lieb dich heute so sehr“ zum Abendlichen Bruch „Rück mir heute bloß nicht auf die Pelle!“. Die Männer habens manchmal nicht leicht, kein Wunder daß die in früheren Zeiten dachten, wir wären hysterisch (wusstest du dass Gebärmutter alt griechisch Hystera heißt?) …

Die gute Nachricht daran, du kannst lernen damit zu arbeiten. Wenn du den wütenden Tag hast, ruf die an, die noch Rechnungen offen haben…

Ich biete dazu gerne einen Workshop für deinen Frauenkreis, bei Interesse mail

Geschichten, Mythen & Periode – oder mehr HERstory statt HIStory

Zahlreiche Mythen und Legenden drehen sich um die Menstruation. Wenn frau die guten alten Märchenenbücher mit offenem Blick für Symbolik ließt, gehen uns ganze Kronleuchter an Erkenntnissen aus der alten Zeit auf (bevor die Römer kamen und die Christianisierung Europas alte Kulturen eroberte und das Wissen vernichtet wurde, mit den sogenannten „Hexen“ (einst ein Schmähwort für Frauen die sich auskannten und ihr Ding zu manchen verstanden) verbrannte und durch die Zeit einfach verloren ging.
Ein Beispiel: Weiß wie Schnee, Rot wie Blut und Schwarz wie Ebenholz – hier finden wir die 3 Lebensphasen einer Frau. Weiß, die Jungfer ohne Blutung, Rot die Fruchtbare und Schwarz – die weise Alte. Diese Farben werden auch der großen Göttin zu geordnet, die Ihre Zeit vor der Zeitenwende hatte …. tja, da schaut euch mal die Farben auf den alten Flaggen an 🙂 Woher die wohl rühren. – Dank der Nazis wollen wir mit Flaggen in diesen Farben NIX mehr zu tun haben – hoffentlich! Blöde.

Auch in anderen Kulturen sind, wenn man ein klein wenig an der Oberfläche kratzt unter dem männlich-geprägten Götterbildern, eine weibliche Göttermutter verborgen. In vor-islamischer Zeit findet sich eine alte Göttinen Dreiheit die mit dem zunehmenden Mond, dem Vollmond und dem abnehmenden Mond in Verbindung steht…. auch heute noch finden wir den Mond in den Staats-Insignien … Interessant? – trau dich tiefer zu graben!

Jedenfalls war die Stellung der Frau nach all den Myten, Märchen und Legenden in der Vergangenheit eine völlig andere, als wir das heute (immer noch nicht) erzählt bekommen … darüber gibts bei Gelegenheit einen Extra-Artikel [Link]. Das ganze macht natürlich etwas mit uns und unserem weiblichen Bewußtsein und Selbstverständnis. Bezeichnet wird immer noch das starke und schwache Geschlecht. Lös dies für dich auf, indem du in deine Tiefe spürst. Deine Schätze liegen in deinem Schoß(raum) – finde sie! Ich bin gerne dabei behilflich 🙂

Schritt 4 – Free your Mind und mach dich locker.

Wir Frauen sind am allerbesten und wachsen zu unserem höchsten Potential wenn wir entspannt sind. Wenn keiner uns nervt, alles läuft seinen Gang, wir haben keinen Druck weder in Sachen Zeit noch in Sachen seelischem Ballast, der uns zu schaffen macht. Dann haben wir normalerweise auch keine Probleme mit unserem Unterleib, mit unserer Weiblichkeit.

Die monatliche Blutung ist immer auch eine Art Reinigungsprozess für unsere Seele. Kurz bevor es los geht, stülpen wir uns energetisch einmal um, wir machen eine Art Polsprung durch. Hatten wir einen harten, stressreichen Monat mit vielen emotionalen Up und Downs, könnte es sein, daß sie die sogenannte PMS etwas stärker darstellt. Ich für mich habe das so rausgefunden, dass es mir dann sowohl kurz vor Einsetzten der Blutung als auch die ersten beiden Tagen in so Monster-Ergeinisreichen-Wochen schlechter geht, als wenn ich entspannt durch die Zeit gegengen bin. Ja und wie ich mit Stress umgehe, habe ich unterm Strich selbst in der Hand… probiere doch mal dein Every-Day-Yoga einen Monat lang aus … 🙂

Wie lange wollen wir uns also noch mit Schmerzmitteln vollstopfen und heimlich bluten, um zu funktionieren, in einer stressgeplagten Gesellschaft, die sich immer weiter von natürlichen Zyklen – die eben auch Ruhephasen beinhalten treiben lässt?
Diese Sache müssen wir Frauen selbst FÜR UNS starten!

Natürlich gibt es aus dem Yoga und Ayurveda, sowie der heimischen Volks- und Kräuterheilkunde viele Tipps und Hilfestellungen für uns Frauen. Von wertvollen Teemischungen mit z.B. Frauenmantel (warum der wohl so heißt?) über die klassische Wärmflasche (mir hilft Kälte besser) bis zu speziellen Massagepraktiken (z.B. Tunja Massagen) gibt es für jede Frau das individuelle Rezept zu entdecken. Hier ein paar Übungen aus dem Yoga, wenn es krampft und zwickt.

YOGA QUICK-FIX

Hier ein paar Übungen aus dem Yoga, wenn es akut krampft und zwickt.

Wenn du noch mehr darüber wissen möchtest, und Freundinnen hast die das auch interessiert, sprich mich gerne an für einen Workshop zu diesem Thema…
Ich bin jetzt leer …. weißt Du noch was dazu? Schreibs in die Comments

5 thoughts on “Zeit für DICH im roten Zelt”

  1. Ich liebe deine Art zu schreiben und den wunderbar weiblichen und unglaublich wertvollen Inhalt deines Artikels❤️
    Seit vielen Jahren gebe ich übrigens mein Blut in die Erde. Diese Cups sind eine mega Erfindung, weil ich so nicht wie früher die Tampons ausdrücken muss… 😬
    Liebe Grüße
    Nina

  2. Ein so wichtiges Thema! Danke, dass Du es zu Deinem gemacht hast und so klar und freundlich darüber schreibst. Mögen viele Frauen ganz ohne Schamesröte und voller Freude Ihren Zyklus feiern! Viva la Vulva!

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