Neues vom Corona/Covid-19 Homeschooling

18. März 2020 0 Comments

Tipps fürs Homeschooling

Wie du mit deinen Kids gut durch die Zeit des Homeschoolings kommst und selbst gelassen bleiben kannst. Struktur schaffen, locker bleiben, locker lassen.

Es gibt keinen Weg – Wege entstehen beim Gehen!

Antonio Machado

Ihr Lieben, ich hätte niemals gedacht, daß mein erster ‚offizieller‘ Blog-Beitrag das Thema Homeschooling betrifft. Viele Eltern haben davon geträumt, Ihre Kinder zu Hause nach eigenem Gusto zu unterrichten. Nun ist Gelegenheit dazu… (okay, viele Arbeiten oder müssen Homeoffice machen – was eine sehr besondere Herausforderung ist, wenn Kinder auch zu Hause sind, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, ich hab das schon mal ausprobiert – ein anderes Thema! Allerdings habe ich dazu noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden .., außer die eigene Schicht auf Nachtarbeit umzustellen 🙂

Meine Kids sind aktuell in der 1. Klasse Grundschule und in der 10. Gymnasium. Die beiden haben natürlich unterschiedliche Bedürfnisse und Grundfähigkeiten.

Meine Teenie Tochter kann Ihre Aufgaben selbstständig über das gegebene Online-Portal erledigen. Trotzdem braucht auch Sie Struktur und manchmal die Erinnerung daran, um nicht dem Schlendrian und der Ablenkung zu erliegen. So beziehe ich mich mit dem Text auf die jüngeren Kids. Schließlich wird das Schuljahr irgendwann enden und die Schließung des Schulgebäudes sollte idealerweise nicht in der Wiederholung der Klassenstufe enden müssen.

Teens schaffen das alleine!

STRUKTUR SCHAFFT STÄRKE

Kinder (und auch wir Gro0en) brauchen Struktur, um nicht im Chaos zu versinken oder dem „Schlendrian“ zu erliegen.

Die Antroposophen sagen: STRUKTUR SCHAFFT STÄRKE

…und genau die brauchen wir als Grundgerüst für unseren Tagesablauf zu Hause. Zumal haben wir für die Idee des häuslichen Unterrichts die vorgegebenen Pläne und Aufgaben von den Lehrern/Schulen.
Also schaffen wir Strukturen für den gemeinsamen Tagesablauf und für jeden einzelnen, der daran beteiligt ist.
Bei uns läuft das jetzt ungefähr so: (Ausnahmen kommen ganz bestimmt vor, kein Grund für schlechte Stimmung 🙂

  • Wir stehen Montag bis Freitag mit Wecker auf, gehen unserer normalen Morgenroutine nach – also Toilette, Badroutine etc.
  • Ordentlich Anziehen (im Schlafi oder Lummel-Outfit stellt sich kaum eine gute Motivation für Aufgaben ein. Es ist eine Art Ritual. (Auch Homeoffice geht leichter in ordentlichen Klamotten, probiers mal aus!)
  • normal Frühstücken. Mit den richtigen Nährstoffen versorgt und einem mäßig gefüllten Bauch lernt und arbeitet es sich besser als mit knurrendem Magen.
  • Wir richten gemeinsam den Arbeitsplatz ein – fernab vom Kinderzimmer mit all dem Ablenkungs-Verführungen. Mein Sohn macht das besser am leergeräumten Esstisch, als in seinem Zimmer wo er normalerweise am Schreibtisch seine „Hausis“ macht. Dort ist für den kompletten Vormittag zuviel Ablenkungspotential (Spielzeug, Basteln …)
  • Das Mäppchen und das Arbeitsmaterial für den Tag wird bereitgelegt.
  • Ein Glas Wasser steht auf dem Tisch, weil das menschliche Gehirn viel Wasser benötigt um gut zu funktionieren.
  • Wir besprechen die Aufgaben und fangen an mit schriftlicher Arbeit. Erst mal was schwieriges, oder nicht so beliebtes, solange die Konzentration gegeben ist.
  • Wenn ich merke die Konzentration lässt komplett nach, machen wir ein anderes Thema, mit Spaß z.B. Malen, was mit Rätseln oder was dem Kind leicht fällt.
  • Natürlich braucht man nach spätestens 30 bis 45 Minuten eine kleine Pause. In der darf Kind sich ordentlich Bewegen. Solange man noch raus darf ins Freie ist frische Luft und eine Runde um den Block mit dem Roller nicht verkehrt. Bei Nässe oder falls wir nicht mehr raus dürften, würde ich mit dem Kind ein paar Jumping-Jacks oder Bewegungsspiele machen. Komando Bimberle, Komando drehn, Komando sprung, Hocke, auf einem Bein hüpfen etc. oder „Acro-Yoga“ zu zweit. )
  • Nach der Pause ertönt unser „Gong“ (z.B. Mamas Stimme 🙂 und Kind bekommt neue Aufgaben, je nach Aufmerksamkeitsfähigkeit, was leichtes oder schwereres. Ich fange meist mit den schwereren Sachen an und genau den Dingen die Kind nicht gerne mag und gehe dann zu den spassigeren Aufgaben über.
    Bei uns ist es so, daß Kind das Rechnen ehrer leicht fällt und es das Schreiben und Lesen nicht gerne mag. Also fangen wir mit Schreiben und Lesen an und gehen dann zu den leichteren Sachen über, Zum Ende darf noch was (an)gemalt werden.
  • Am Nachmittag schaffen wir uns Spiel und Freizeitaktivitäten, wo wir mit den Kindern raus in die Natur gehen und dort gibt es wahnsinnig viel zu lernen und zu beobachten, ohne die klassische „Beschulung“. Eine Sammlung für Regentage Indoor findest Du hier [Link].
bei der Arbeit
Homeschooling – bei der Arbeit

Das neue (Schul)Gesetz ist jetzt Mama+Papa

Homeschooling hört sich zunächst wunderbar an, aber was unterschätzt wird ist, dass Mama und Papa zu Hause eben normalerweise sozusagen das „Trainingslager“ für die Große weite Welt bedeuten. Unsere Kinder verhalten sich draußen gegenüber Personen wie Lehrern und pädagogischem Fachpersonal anders, als uns gegenüber.
Im Idealfall bringen die Kinder den Erwachsenen draußen etwas mehr Respekt entgegen, als zu Hause Mama und Papa gegenüber.
Ich versuche das zu Hause, mit einer geänderten inneren Haltung während der Lernzeit zu kompensieren. Aus dem Yoga heraus weiß ich dass meine Innere Haltung sich nach außen spiegelt. Ich bin während der Lern-Zeit etwas strenger und bestimmter und sage klar, was ich erwarte und zu tun ist.

Wir haben gemeinsam vereinbart, dass von 9 bis 12 Schulzeit ist und Mama darauf besteht und „strenger“ ist. Motivierende Belohnungen gibts in Form von Fleißkärtchen, bunten Stickern oder schönen Stempeln.

( +++Kreatives Update 27.03.2020 +++ Eine Freundin hat mir eben erzählt, sie spielt mit dem Kind Schule. Sie heißt in der Zeit Frau Bär und ist ganz streng 🙂 ..könnte eine Idee zum Ausprobieren sein. Der Zweck heiligt die Mittel 🙂

Wenn es mal gar nicht klappt machen wir „Sonderpause“, aber dann wird die Aufgabe trotzdem noch erledigt und ich versuche einen Weg zu finden.

Gemeinsame Absprachen treffen

Sinnvoll ist es mit dem Kind gemeinsam einen Plan, eine Strategie zu vereinbaren, wie, wann und was gearbeitet werden soll. So wird das Kind mit einbezogen, ernstgenommen und fühlt sich nicht bevormundet. So kannst du im Diskussionsfall als Elternteil sagen „Wir haben zusammen ausgemacht, daß wir uns an dies und das halten.“

Den Tag strukturieren

  • Den Nachmittag halten wir frei und spielen gemeinsam und jeder für sich.
  • Nach dem Abendessen ist Spielezeit holen wir als Familie ein Brettspiel oder Kartenspiel raus und spielen gemeinsam, oder machen Kinoabend.
  • Danach halten wir eine allgemeine „Cool-Down-Phase“, bevor die Kinder ins Bett dürfen. Weil morgens ist bei uns unter der Woche der „Wecker“ aktiv – Ohne Schule muss das nicht um 6:30Uhr sein, um 8Uhr ist bei uns dann aufstehen angesagt. So freut man sich weiterhin auf das Wochenende mit Ausschlafen 🙂

Wochenstrukturen schaffen

Neben der Tages-Struktur ist auch eine Wochenstruktur gut und sinnvoll, um zu Hause nicht im Chaos zu versinken, was nachweislich schlecht für die Nerven und somit Grundstimmung ist.

So winkt zum Wochendende ein lern- und Aufgabenfreies Wochenende, auf das sich alle beteiligten weiterhin freuen dürfen.

Warum sollen Kinder nicht im Haushalt kleine Aufgaben übernehmen? – Die Kids lernen so Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und ganz viele kleine Dinge für das gute Leben später. So können Kinder den Tisch eindecken und danach nimmt jeder seinen Teller oder etwas vom Tisch mit in die Küche.
Die eigene gebrauchte Wäsche wird zum Sammellager gebracht und am Wäsche-Tag (nach Wahl und Füllstand) gemeinsam nach Farben sortiert. Mein Sohn findet Waschmaschine einstellen voll super! Es schadet ihm bestimmt nicht für sein weiteres Leben als selbstständiger Mann. Wenn du ein größeres Kind hast, kann dies mit gewöhnlichem Essigreiniger am Samstag auch mal ein Waschbecken mit dem Schwamm einschäumen (ggf. unter Aufsicht), einen Spielgel reinigen , eine Kommode vom Staub befreien oder den Staubsauger bedienen. Das macht den meisten Kids riesen Spaß alles „abzurüsseln“.

Kinder sind stolz wie Bolle, wenn sie für kleine Tätigkeiten gelobt werden!

Am Sonntag darf bei uns dann zum Beispiel das besondere Frühstück auf den Tisch kommen usw.
Der Sonntag ist bei uns der Schlendrian-Tag oder auch OFF-Tag.

Yogini-Tipps: Was hilft den elterlichen Nerven wenn es hart wird?

Also Yogalehrerin und Mama trinke ich Ingwertee für meine Abwehr, Ernährungstechnisch kann man viel für das Nervensystem tun. Esse fleißig Grünzeug, insbesondere Sellerie soll gut für die Nerven sein. Da wir vielleicht sparen müssen ist ein Süppchen aus Kartoffelschalen (ja richtig gelesen) eine gute Sache für die Nerven.

Bewußtes Atmen geht immer. Wenn es dicke kommt und du spürst das Prickeln und die Hitze der Wut in dir aufsteigen, dann verlasse den Raum, die Situation und Atme langsam und tief. Oft helfen wenige Atemzüge, um wieder runter zu kommen und klaren Kopf zu bekommen.

Es ist einfach nur menschlich, daß mal eine Tür knallt oder mal ein Schrei ertönt. Verurteile dich nicht dafür. Die Kinder lernen so, daß auch du deine Grenzen hast, die respektiert werden wollen.

++++ Update: Homeschooling – Was tun wenn der Partner auch zu Hause ist und eine anderen Strategie fährt? -> Ausprobieren! Jeder Elternteil hat seine 100% fürs Kind. Also akzeptiere, wenn der Partner das anders macht. Die Kinder haben in der Schule auch verschiedene Lehrer mit unterschiedlichen Lehrmethoden, oder nicht…? 🙂

Ich freue mich über Feedback und für noch mehr Ideen und Anregungen nutzt gerne die Kommentar-Funktion.

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