Der Jahreskreis und seine Feste

22. September 2020 0 Comments

In einer Zeit in der sich viele Frauen (und Männer) spirituell entwurzelt fühlen, haben sich einige Menschen aufgemacht, um sich das fehlende Stück Spiritualtität zurück zu holen: Die weibliche Seite der Spiritualität. Ob Yogini, Shamanin, Heilerin oder Neuzeithexe, Kräuterfrau … aus dem weiblichen Kollektiv – Was uns Frauen eint, ist die Verbundenheit mit der Natur und unserer gesamten Mitwelt.

Das Wort Yoga [Sanskrit, alt Indische Sprache] bedeutet Verbindung, sich verbinden. Wir sind mit allem verbunden was ist. Eine tiefe Verbundenheit mit den Kräften der Zyklen, die uns durch das Erdenjahr begleiten und unser Leben mitbestimmen. So muss ich ich nicht indische Kultur adaptieren, um Yoga/VerbundenSEIN hier vor Ort in Mitteleuropa zu praktizieren und zu leben.

Ich habe das große Glück ein wenig zwischen und mit verschiedenen Kulturen aufgewachsen zu sein und zu leben. So habe ich im Austausch mit den Frauen um mich herum herausgefunden, daß FRAU-SEIN in anderen Religionen/Kulturen sehr viel mehr stattfindet und z.B. weibliche Sexualität einfach SEIN darf, was sich in wundervollen alten und tiefen Ritualen ausdrückt teilweise. Beispielsweise geht eine jüdische Frau am Ende Ihrer Periode in ein rituelles Bad um Rein (Neu) in ihre neue Zeit zu starten. Japanerinnen steigen im Gesellschaftlichen Ansehen, wenn sie nicht mehr gebären können, etc.. Überall findet sich etwas so auch im gemäßigten Islam, Hinduismus und Sikhismus. Auch die orthodoxe Kirche auf dem Balkan hält hier schöne Rituale wie u.a. die Segnung der Schwangeren bereit.

In komplett Mitteleuropa wurde durch die radikale Christianisierung und die Inquisition so ziemlich alles an weiblicher Spritualität vernichtet und unterdrückt bis fast nichts mehr davon zu finden war. Noch heute ist die Frau ab der Kinnspitze abwärts schlicht nicht vorhanden in vielen Bereichen. Im den so oft glorifizierten Zeiten des Mittelalters waren Frauen oft weniger wert als ein Hund. Diese Zeit steckt uns allen in den kollektiven Knochen und es ist Zeit, diese alten Knochen ordentlich zu schütteln und uns unsere Stärke zurück zu holen.

Stärke hat immer mit unserem spirituellen Wesen zu tun.
Dieses Wesen folgt keiner Religion.

Es IST – Es will SEIN!

Uns Frauen eigen ist eine sehr enge Beziehung mit der Natur. Durch unser zyklisches Wesen sind wir -schlicht und ergreifend- ein Stück davon. Wie Tag und Nacht, Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Schwarzmond und Vollmond. Wir gehen jeden Monat mit unserem ganzen Wesen durch die verschiedenen Stadien von Werden und Vergehen.
Im größeren Lebenszyklus gehen wir durch den selben Wandlungsprozess im Großen: Die Jung(e)frau, die blutende, gebärfähige Frau, die weise (wissende) Alte, der keiner mehr ein X für ein U vormachen kann.

Kein Wunder und kein Mysterium also, dass uns die Natur mit Ihren Zyklen ruft, und wir uns in den alten Mythen, die es von Frau zu Frau, von unseren Ahninnen überliefert geschafft haben, bei uns „moderenen“ Frauen anzukommen.

Ich spüre den Ruf der Zeit für Neues.
Es geht nicht darum, Altes neu aufzukochen – das hatten wir lange genug! Wir müssen auch keine fremden Traditionen übernehmen.
Es geht darum Neues zu schöpfen.
Wir alle sind wahrhaft schöpferische Wesen und spüren dies in jeder Zelle und sollen dies auch leben. Jetzt!

Der Jahreskreis orientiert sich an den von der Natur und den kosmischen Zeichen vorgegebenen Zyklen, seit alters her. Egal welches große Kirchenfest du dir genau anschaust, kratzt du ein wenig an der Oberfläche kommt viel tieferes, uraltes Kulturgut unserer Vorfahren durch die Zeiten zum Vorschein.

Ich mag die ganzen Schubladen nicht gerne, in die die alten Bräuche und Feste gesteckt werden. Die Christliche-Schublade, die Wicca-Schublade, die NeoPaganische Schublade, die Indianer-Schublade … ich habe vor allen tiefen Respekt und sie alle sind berechtigt. Ich persönlich mag es nicht, wenn es dogmatisch wird – Dogmatismus hat in der Verganenheit nur Leid verursacht.

Weibliche Spiritualität ist leicht, flüchtig und so voller Lebenslust. Wer will das in irgendeine Schublade pressen? Wo soll das reinpassen?

Auch die Idee von Hohe-Priester*innen finde ich irgendwie nicht wirklich stimmig. Sind wir nicht alle in gewisser Weise und Wissende? Lebt eine lebendige Gemeinschaft nicht viel schöner von Austausch und ohne diese Glaubens- und Wissens-Hirarchien? Absolutismus ist jedenfalls nix für mich. Auch das hatten wir doch jetzt lange genug. Ich schweife ab. Zurück zu den Jahresfesten:

Der Jahreskreis beginnt nicht, es ist ja ein Jahresrad, das sich ständig in Bewegung befindet.

Die Begriffe Samhain, Jul, Imbolc, Ostara, Beltane, Litha, Lammas, Labon, sind die „keltischen“, oder auch „neuheidnischen“ Namen aus unserern Breitengraden für die neuralgischen Punkte im Jahresrad – Sonnen- und Mondfeste, die sich als jahreszeitliche Fixpunkte in unserem Himmelsgeschehen zeigen. Alles ist mit allem verbunden. Wie oben so unten, … wir Menschen beobachten und fühlen dies in unserem Innersten durch alle Zeitalter hindurch.

Der Kreis

Ich beginne nun also einfach am Beginn der Reise in die Dunkelheit. SAMHAIN am 1.11. wird gerne auch mit Helloween in Verbindung gebracht. Eigentlich ein Vollmondfest zur Dunklen Stunde. Ab jetzt werden die Tage kurz. Die Nächte länger. Die Natur zieht sich vollständig zurück in unseren Breiten. Wir Menschen gehen in die Dunkelheit und dürfen Rückschau halten, Innehalten (uns stürzen uns jetzt paradoxer Weise in den End-Jahresstress)

Zur Dunkelsten Nacht am 21.12., zur Wintersonnwende steht das Julfest an. Nach der Dunkelsten Nacht wird das Licht(derWelt) neugeboren. Wir Christen feiern hier eben auch das Licht der Welt. Und so darf es langsam wieder heller werden. In alten Zeiten haben sich die Leute zusammen getan und Ihre Vorräte geteilt und geschlachtet und große Feste zusammen gefeiert. Die Lager für die klirrend kalten Winternächte wurden so geteilt und aufgebraucht.

Imbolc – Brigit – Lichtmess: Das Licht kehrt zurück um den 1.Februar. Ein Grund das Licht mit einem Kerzenfest zu feiern. Der Frühling klopft an, die Lager der Vorfahren waren jetzt nur spärlich gefüllt. Nicht von ungefähr kommt die Fastenzeit/ Fastnacht 40 Tage bis Ostern. So ist jetzt der erste Lichtblick auf frisches Grün ein Grund zu feiern.

Ostara – Ostern am 21.03. zur Frühjahrs-Tag- und Nachtgleiche. Die Natur ist am erwachen, das erste Grün lockt mit reinigenden Kräutern und sprießendem Grün.

Beltane, die Walpurgisnacht stehr mit dem Samhain gegenüber. Es ist das genaue Gegenteil. Es ist ein Fest der Fülle, die Natur erblüht in voller Üppigkeit. Das leben schäumt spürbar über. Die Tierwelt ist am Balzen und am Partnern, am Bau und Nestbau. Fruchtbarkeit pur. und auch wir Menschen unterliegen dieser überschäumenden Fröhlichkeit in der nun endlich wäremenden Sonne und den ersten Frühsommertagen.

Um den 21.Juni sind wir im Mittsommer angekommen. Sommer-Sonnwende. Litha.Die Sonne hält den höchsten Stand im Jahr. Die kürzeste Nacht, der längste Tag. Lichtvolle Zeiten in denen wir abends gerne lange aus gehen und das Leben in wirklich vollen Zügen feiern dürfen.

Um den 1. August feiern wir Lammas, das Schnitterfest. Die Schnitterin ist bereits mit dem Einholen Ihrer Ernte beschäftigt. Diese hatte sie zu Imbolc geplant, an Ostara gesät und nun ist es soweit die Ernte einzuholen und diese gebührend in den warmen Hochsommernächten zu feiern.

Um den 21. September haben wir die Tag und Nachtgleiche im Herbst. Mabon. Erntedankfest. Zeit ein Resüme zu ziehen und das Gute der vorangegangenden Monate anzuschauen. Energetish ein guter Zeitpunkt zum Innehalten und Reflektieren wo ich hinwollte, was geklappt hat, wo Verbesserungen sein dürffen um weiter gut zu wachsen.

Dankbarkeit ist der Grundstein für das Glücklichsein.

und dann ist schon wieder die Zeit, die langsam in die Dunkelheit wandert.

Für mich gehören diese „Feste“ im Jahr seit vielen Jahren einfach dazu. Hast du Lust mit mir durch die Feste des Jahreskreises zu wandeln? Dann melde dich gerne für meinen Newsletter an und komm mit mir auf die Reise durch den Jahreskreis. Du bekommst kleine Impulse zur jeweiligen Zeitqualität und Ideen zu kleinen Ritualen und natürlich Tipps und Anleitungen aus dem Ayurveda, Yoga und Meditationen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.